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ZVEH-Konjunkturumfrage: Optimismus im Elektrohandwerk

 

Ein gutes halbes Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie zeichnet die traditionelle Herbst-Konjunkturumfrage des ZVEH ein ermutigendes Bild für die Elektrohandwerke: Die Entspannung, die sich bereits in der zweiten Corona-Umfrage angedeutet hatte, setzt sich fort. Der Geschäftsklimaindex nähert sich mit 80,1 Punkten bereits wieder dem Vor-Krisen-Wert an. Auch sehen die Innungsfachbetriebe die künftige Geschäftssituation wieder deutlich positiver.

Obwohl ein Ende der Corona-Pandemie aktuell nicht in Sicht ist, scheint die Krise in den Elektrohandwerken bislang relativ wenig Spuren hinterlassen zu haben. Das jedenfalls legen die Ergebnisse der traditionellen Herbst-Konjunkturbefragung 2020 des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) nahe: So erreichen die Werte in vielen Bereichen bereits fast wieder das Niveau der kurz vor Beginn der Pandemie durchgeführten Frühjahrsbefragung.

Geschäftsklimaindex stark gestiegen

Eindeutiger Beweis dafür, dass sich die Stimmung in den elektrohandwerklichen Betrieben aufhellt, ist der Geschäftsklimaindex. War dieser zu Beginn der Krise auf 55,6 Punkte (1. Corona-Befragung des ZVEH) eingebrochen, so zeigte sich bereits bei der zweiten Corona-Umfrage Anfang Mai 2020 eine Erholungstendenz (70,1 Punkte). Diese setzt sich, das belegt die zwischen dem 21. und 25. September 2020 durchgeführte Herbst-Konjunkturbefragung, erfreulicherweise fort: Mit 80,1 Punkten liegt der Geschäftsklimaindex aktuell nur noch acht Prozentpunkte unter dem Wert vom Frühjahr 2020 (88,1). Damit bestätigt sich, was sich in der zweiten Corona-Umfrage des ZVEH, bereits angedeutet hatte: Die Elektrohandwerke haben, abgesehen von dem kurzzeitigen Einbruch, bislang deutlich weniger Einbußen zu verzeichnen als andere Branchen und Gewerke. Neben der vom ZVEH gleich zu Beginn der Krise erwirkten Systemrelevanz der E-Handwerke liegt das auch daran, dass die Betriebe traditionell über zum Teil beachtliche Auftragspolster verfügen.

Auftragspolster wachsen bereits wieder

Wie die halbjährlich erfolgenden Konjunkturbefragungen immer wieder deutlich machten, kann ein großer Teil der elektrohandwerklichen Betriebe Aufträge für zwei oder sogar mehr Monate vorweisen. Diese Reserven kamen den Betrieben insofern zugute, als während des Shutdowns zunächst vorhandene Polster abgearbeitet wurden. Befürchtungen, neue Aufträge könnten nach dem Wiederhochfahren der Wirtschaft auf sich warten lassen, haben sich bislang nicht bestätigt. Stattdessen wird beim Auftragsbestand bereits wieder ein Wachstum verzeichnet.

Hatten in der Frühjahrsbefragung noch 52,9 % der Betriebe angegeben, Aufträge für mehr als zwei Monate zu haben, so sind nun bei 46,4 % der elektrohandwerklichen Unternehmen die Auftragsbücher wieder für mehr als zwei Monate im Voraus gefüllt. Ende März sah die Lage noch ganz anders aus. Damals konnten nur noch 25,5 % der Befragten Aufträge für diesen Zeitraum vorweisen. Anfang Mai hatte sich die Situation bereits entspannt (33,9 % mit Aufträgen > 2 Monate). Der neuerliche Anstieg zeigt damit: Die Betriebe können trotz Fortdauerns der Pandemie neue Aufträge akquirieren. Die Auftragspolster nehmen wieder zu.

Positive Einschätzung der aktuellen und künftigen Geschäftssituation

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftssituation fällt, wohl nicht zuletzt aufgrund der günstigen Auftragsentwicklung, positiver aus als noch vor ein paar Monaten. 66,4 % der Betriebe bezeichnen ihre wirtschaftliche Situation derzeit als „gut“ (Frühjahr 2020: 78,8 %), 27,3 % als „befriedigend“ (Frühjahr 2020: 18,9 %). Zum Vergleich: Zu Beginn der Corona-Krise hatten nur noch 30,1 % der befragten Betriebe die Lage als „gut“, aber immerhin noch 51,0 % als „befriedigend“ bezeichnet.

Zahl offener Stellen steigt

Dass sich die Situation in den vergangenen Monaten weiter entspannt hat, zeigt auch ein Blick auf die offenen Stellen. 56,0 % der Befragungsteilnehmer gaben zum jetzigen Zeitpunkt an, offene Stellen im Betrieb zu haben. Bei der ersten Corona-Befragung waren es nur 31,9 %, bei der Befragung Anfang Mai 38,2 %. Der zwischenzeitliche Rückgang ist damit zu erklären, dass viele elektrohandwerkliche Unternehmen die Besetzung freier Stellen auf dem Höhepunkt der Krise zunächst aufschoben.