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Digitale Raumautomation im Handumdrehen

Die Controller-Box passt in eine Hand und steuert den gesamten Raum

Ausgänge für Dali und 230-V-Schalten auf der linken Seite der Box

Funktionalität der Box, dargestellt am beispielhaften Schaltplan

Räume schnell und unkompliziert mit einer digitalen, gewerkeübergreifenden Automationslösung für mehr Energieeffizienz aufrüsten? Das klingt zunächst nach einem Widerspruch. Denn wenngleich sich mit Systemen wie KNX eine Automation besonders bedarfsgerecht umsetzen lässt, stellt das Aneignen des nötigen Knowhows oft eine zu große Hürde dar. Doch es gibt eine Alternative.
Ist eine digitale Automationslösung gut durchdacht, nimmt der Endverbraucher deren Funktionalität meist als Selbstverständlichkeit wahr, während ihm die komplexen Kommunikationsabläufe, die dahinter stecken, verborgen bleiben. Anders bei Planern und Installateuren: Ihnen sind die Zusammenhänge, auf denen ein optimales Zusammenspiel innerhalb einer solchen Anlage beruht, nur allzu vertraut – oder sie erahnen sie zumindest, weil sie den grundsätzlichen Aufbau zwar kennen, aber noch nicht zu einer praktischen Beschäftigung mit solchen Systemen gekommen sind. Das wahrscheinlich beste Beispiel für ein ebenso modernes wie intelligentes Automationssystem ist KNX. Und wohl gerade deshalb ist hier auch der Lernaufwand beachtlich. Dabei bietet KNX ein Maß an Flexibilität wie kaum ein anderes System und theoretisch nahezu grenzenlose Möglichkeiten, mithilfe einer Vielzahl von Parametern den Betrieb der Endgeräte besonders fein und bedarfsgerecht zu steuern. Es überrascht deshalb nicht, dass die Zahl derer, die sich hierfür schulen lassen, stetig steigt, und KNX immer häufiger zum Einsatz kommt. Dennoch: Nicht jeder, der die Vorzüge eines solchen digitalen Systems gerne nutzen würde, verfügt über genügend Zeit, um sich entsprechend fortzubilden. Und das liegt nicht nur am allgemein zunehmenden Zeitdruck der modernen Gesellschaft, noch ein anderes Problem beschäftigt die Installationsbetriebe seit einer ganzen Weile: der zunehmende Mangel an Nachwuchskräften. Trotz der vielen Diskussionen, die sich in den letzten Jahren damit beschäftigt haben, wie sich diese Entwicklung möglicherweise korrigieren ließe, ist der Umschwung bislang ausgeblieben – und der Bedarf der Elektrobranche an einfachen, schnell umsetzbaren Installationslösungen höher geworden als je zuvor.
Eine kompakte und dezentrale Alternative zum Schaltschrank
Ein Beispiel dafür, wie sich diesem Sachverhalt im Bereich der digitalen Automation begegnen lässt, zeigt ein Serviceangebot von Esylux, Spezialist für sensorbasierte Automation, in Verbindung mit einer Produktinnovation, die er 2015 auf den Markt gebracht hat: Eine Raum-Controller-Box, die im Zusammenspiel mit der passenden Multisensorik eine Komplettlösung für die gewerkeübergreifende Raumautomation darstellt und dank mehrerer, die Installation vereinfachender Merkmale auch sonst dem unternehmenseigenen Motto „Performance for Simplicity“ entspricht. Bei der Box handelt es sich um ein nur 19 cm × 14 cm großes, kompaktes Gehäuse, das eine umfassende Aktorik und die nötigen Schnittstellen enthält, um die gesamte Technik eines Raums bedarfsgerecht zu automatisieren. In gewisser Weise ist sie ein Schaltschrank im Kleinformat – ein Vergleich, der auch deshalb trifft, weil die Box den zentralen, mit KNX-Modulen bestückten Schaltschrank in vielen Funktionen in der Tat ersetzen soll. Ihre gesamte Funktionalität, auch dies wird damit klar, basiert auf KNX.
Installation auch für angelernte Hilfskräfte
Anders als üblich lässt sich die Box jedoch auch ohne erworbene KNX-Fachkompetenz installieren. Was zunächst undenkbar klingen mag, macht ein spezielles Serviceangebot von Esylux möglich: Das Unternehmen bietet für all jene Projekte, bei denen ein Gebäude für mehr Energieeffizienz nachgerüstet werden soll, es aber am nötigen Fachpersonal mit KNX-Qualifikation mangelt, eine Vorprogrammierung der Box nach individuellem Kundenwunsch an. Für Installationsbetriebe und Endkunden wird sie hierdurch zu einer schnellen Nachrüstlösung, bleibt jedoch dank ihrer KNX-Funktionalität zukunftssicher. Gerade für das Nachrüsten ergibt sich aus der Kompaktheit des Geräts noch ein weiterer Vorteil: Anders als ein Schaltschrank, der von zentraler Stelle aus die Endgeräte in allen Räumen steuert, wird die Box direkt im jeweiligen Raum über der abgehängten Decke platziert. Zwar braucht sie eine zentrale Spannungsversorgung für den Bus und für 230 V, ansonsten aber bleibt die gesamte Verkabelung im Raum, was den Installationsaufwand zusätzlich reduziert. Darüber hinaus entfällt die anschließende Verdrahtung komplett. Denn Esylux hat die Box mit Wago-Steckverbindungen ausgestattet, wie es etwa in den Niederlanden schon seit Langem gängige Praxis ist. So wird nicht nur eine KNX-Zertifizierung unnötig, die Installation der Box lässt sich auch durch Arbeitskräfte mit geringer Qualifikation umsetzen.
Aktorik und Schnittstellen für die gesamte Raumtechnik
Ganz ähnlich verhält es sich mit der Installation des separat erhältlichen Multisensors. Er wird über einen RJ45-Stecker mit der Box verbunden und ist ebenfalls ohne zusätzlichen Programmieraufwand sofort betriebsbereit. Seine Aufgabe besteht zum einen darin, mithilfe seiner PIR-Sensorik die Energieeffizienz der Endgeräte zu erhöhen, indem er deren Aktivität automatisch auf die Zeiten menschlicher Präsenz begrenzt. Zum anderen hat er Einzelsensoren für Temperatur, Luftfeuchte und für die Helligkeitsmessung. Deren Messwerte bilden die Grundlage, damit die Box auch während menschlicher Präsenz gewerkeübergreifend für einen bedarfsgerechten und deshalb meist energieeffizienteren Betrieb der Endgeräte sorgen kann. Zum Beispiel mittels einer tageslichtabhängigen Konstantlichtregelung. Speziell hierfür hat der Hersteller die Box mit einem Dali- Gateway ausgestattet, da sich die Dali-Schnittstelle in Sachen Lichtsteuerung nicht zuletzt wegen der einfachen Montage etabliert hat. Über das Gateway kann die Box zwölf EVG steuern, entweder im Broadcast-Modus oder in bis zu vier Gruppen, auch mithilfe individueller Szenen. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich Ausgänge für die Heizungssteuerung, mit denen sich thermoelektrische Stellantriebe per Pulsweitenmodulation geräuschlos regulieren lassen. Auch eine Kombination von Heizungs- und Kühlungsregulierung ist möglich. Richtwert ist in beiden Fällen ein Basissollwert in Celsius, an dem sich alle weiteren Parameter orientieren. Um eine bedarfsgerechte Frischluftzufuhr zu gewährleisten, lassen sich über den RJ45-Erweiterungsbus zwei bidirektionale Ein- und Ausgänge (0 V bis 10 V) anschließen, mit deren Hilfe ein VAV-Lüftungsklappenantrieb gesteuert werden kann. Zudem stehen zwei normale 230-VSchaltausgänge für weitere mögliche Endgeräte bereit, etwa für das Herauf- und Herunterfahren von Leinwand oder Jalousie oder das Schalten von zusätzlicher Beleuchtung. Damit sich der Nutzer nicht durch eine Vollautomatik bevormundet fühlt, hat die Box zudem zwei Binäreingänge zur halb automatischen, manuellen Steuerung. Alternativ steht eine Infrarot-Fernbedienung bereit, bei Bedarf lässt sich ein KNX-Bedienelement über den Bus einbinden.
Fazit
Die Box zeigt, an welchen Stellen ein Hersteller nach Auffassung von Esylux ansetzen kann und sollte, um eine funktionell komplexe Automationslösung auch für Projekte attraktiv zu machen, bei denen es in besonderem Maße auf eine einfache, schnelle Umsetzung ankommt. Die Kombination aus Serviceangebot und durchdachten Installationsvereinfachungen erleichtert nicht zuletzt das Nachrüsten von Bestandsbauten und kann so dazu beitragen, die Steigerung der Gebäudeenergieeffizienz in Deutschland insgesamt zu einer schnelleren Umsetzung zu verhelfen.
www.esylux.de

Autor:
Christian Schöps ist als Referent Unternehmenskommunikation für die Esylux Deutschland GmbH in Ahrensburg tätig.

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