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Rauchwarnmelder: Qualität im Fokus

Jeder in Europa vertriebene Rauchwarnmelder muss eine CE-Kennzeichnung tragen

Die qualitativ hochwertigen Q-Rauchwarnmelder sind neben dem rechtlich verpflichtenden CE-Logo mit dem Q-Label gekennzeichnet

Zertifizierungsweg nach EN 14604 für Rauchwarnmelder ohne Q-Label

Der Zertifizierungsweg für Rauchwarnmelder mit Q-Label

Eine unübersichtliche Normen- und Gesetzeslage erschwert Fachleuten und Endkunden die Erkennbarkeit der Sicherheitsstandards von Rauchwarnmeldern. An Kennzeichnungen und Gütesiegeln für die Geräte mangelt es nicht: CE, VDS, Kriwan, EN 14604 und Leistungserklärungen sorgen selbst bei Elektrofachleuten für Verwirrung. Denn die Bedeutung der unterschiedlichen Kennzeichnungen ist zumindest auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich. Woran ist also erkennbar, welchen Qualitätsstandard ein Rauchwarnmelder bietet?
Nicht ganz unschuldig an der aktuellen Unsicherheit hinsichtlich der Erkennbarkeit von Qualitätsstandards bei Rauchwarnmeldern ist die offizielle Vorschriftenlage. Denn in den letzten zehn Jahren hat es immer wieder normative und gesetzliche Änderungen rund um das Thema „Rauchwarnmelder“ gegeben: Im Oktober 2005 trat die Bauproduktrichtlinie 14604:2005 in Kraft. Sie definierte die Mindestanforderungen, auf die sich zu diesem Zeitpunkt die CE-Kennzeichnung für Rauchwarnmelder bezog, und umfasste rund 25 Prüfkriterien. Um die CE-Kennzeichnung tragen zu dürfen, musste ein Rauchwarnmelder bis 2009 alle auf ihn zutreffenden Kriterien ausnahmslos erfüllen. Seit 2008 dürfen nur noch Rauchwarnmelder vertrieben werden, die nach EN 14604 geprüft und mit CE-Kennzeichnung inklusive Name des Herstellers, Produktbezeichnung, Zertifizierungsnummer (CPD) und dem CE-Logo versehen sind. Im Februar 2009 wurde die neue Europäische Produktnorm EN 14604:2009-02 wirksam. Mit ihr wollte die EU die Markteintrittsbarrieren senken. Daher müssen Rauchwarnmelder seitdem nur noch ein einziges der rund 25 Prüfkriterien der EN 14604:2009-02 erfüllen, um die CE-Kennzeichnung zuerkannt zu bekommen. Das Fatale daran: Hierbei konnte es sich auch um ein ganz banales, nicht sicherheitsrelevantes Kriterium handeln, wie das Vorhandensein einer Batteriestörungsmeldung, einer Alarmstummschaltungseinrichtung oder einer Polaritätsumkehr. Seitdem ist für Planer, Elektrotechniker und Endkunden nicht mehr ohne Weiteres ersichtlich, welchem Qualitäts- und Sicherheitsstandard ein angebotener Rauchwarnmelder entspricht.

Hager bietet verschiedene Ausführungen von Rauchwarnmeldern mit Q-Label an (Beispiel TG600AL)

Seit Juli 2013 sind die Hersteller gemäß der EU-Verordnung 305/2011 verpflichtet, das absolvierte Prüfkriterium durch eine sogenannte Leistungserklärung zu deklarieren. Fachgroßhandel und Elektrofachbetriebe erhalten dieses Dokument automatisch per E-Mail; der Endkunde nur auf Nachfrage von seinem Elektroinstallateur als Ausdruck. An der faktischen Absenkung der Qualitätsanforderungen ändert die Leistungserklärung jedoch wenig.
Mit dem Q-Label auf der sicheren Seite
Der Absenkung der Qualitätsstandards für das Sicherheitsprodukt Rauchwarnmelder begegnen mittlerweile renommierte Hersteller wie Hager, indem sie auf freiwilliger Basis Rauchwarnmelder mit Q-Label anbieten. Diese bieten einen höheren Sicherheitsstandard. Die freiwillige Zertifizierung „Q“ erfolgt seit April 2012 nach der VFDB-Richtlinie 14-01 (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) [1]. Diese setzt zwingend voraus, dass zur Erlangung des Q-Labels zuerst alle 25 Prüfkriterien der ursprünglichen EN 14604:2005 erfüllt sein müssen sowie zusätzlich die erhöhten Prüfkriterien nach der VFDB-Richtlinie. Als unabhängige Prüfstellen sind der VDS und Kriwan zugelassen. Entsprechende Produkte tragen daher neben der verpflichtenden CE-Kennzeichnung das Q-Label sowie optional das Logo des Prüfinstituts. Hinsichtlich der Qualität ist es unerheblich, ob ein Rauchwarnmelder vom VD-Soder vom Kriwan-Testzentrum geprüft wurde, da beide Institute die Prüfungen identisch nach den VFDB-Richtlinien durchführen. Zudem müssen auch die Q-Rauchwarnmelder in einer Leistungserklärung die Erfüllung aller 25 Prüfkriterien der ursprünglichen EN 14604:2005 deklarieren und ihren Kunden zur Verfügung stellen.
Die Bedeutung der Logos
Jeder in Europa vertriebene Rauchwarnmelder muss eine CE-Kennzeichnung tragen. Diese setzt sich aus vier Angaben zusammen: Der Zertifizierungsnummer, der angewendeten Prüfnorm „EN 14604:2005“ beziehungsweise „DIN EN 14604:2009“, dem eigentlichen CE-Logo sowie einer vierstelligen Ziffer, die anzeigt, welches der insgesamt 28 zugelassenen Prüfinstitute in der EU die Prüfung nach der angegebenen Produktnorm durchgeführt und das CE-Kennzeichen vergeben hat. Die qualitativ hochwertigen Q-Rauchwarnmelder sind neben dem rechtlich verpflichtenden CE-Logo mit dem Q- Label gekennzeichnet. Dieses besteht immer aus dem stilisierten „Q“ mit Flamme. Optional kann auch das Logo der zugelassenen Zertifizierungsstelle VDS beziehungsweise Kriwan abgebildet sein. Zur Unübersichtlichkeit bei der Kennzeichnung von Rauchwarnmeldern trug auch ein unzulässiges VDS-Siegel bei, das einige Hersteller nutzten, um den Eindruck zu erwecken, ihre Melder erfüllten einen hohen Qualitätsstandard. Hintergrund ist das Inkrafttreten der DIN EN 14605:2009-02, die nur noch die Erfüllung eines Prüfkriteriums zur Erlangung des CE-Kennzeichens vorsieht. Auch wenn diese Kennzeichnung auf Verpackungen, Produkten oder in der gewerblichen Kommunikation eigentlich unzulässig war, durfte sie dennoch bis März 2015 verwendet werden. Spätestens bis Ende September 2015 müssen jedoch alle Produkte und Dokumente mit dieser Kennzeichnung vom Markt genommen werden.
Fazit
Aufgrund der aktuellen Vorschriften lässt selbst das Vorhandensein offizieller Kennzeichen und Siegel keinen eindeutigen Rückschluss auf den Qualitäts- und Sicherheitsstandard eines Rauchwarnmelders zu. Einzig die freiwillige Q-Zertifizierung gibt die Gewissheit, Produkte mit dem höchstem im Markt verfügbarem Qualitätsstandard zu erhalten. Führende Hersteller bauen daher ihr Angebot in diesem Bereich aus und bieten inzwischen verschiedene Ausführungen von Rauchwarnmeldern mit Q-Label an. So stellt Hager sein Produktportfolie zurzeit konsequent auf eine durchgängige Zertifizierung mit dem Qualitätslabel „Q“ um. Aktuell sind beispielsweise neben den Standard- Rauchwarnmeldern auch die Funk- Dual- sowie Funk-Rauchwarnmelder dieses Herstellers mit Q-Label erhältlich. Positiver Nebeneffekt: Mit solchen Produkten kann sich das Elektrohandwerk auch von den Billigangeboten der Baumärkte und Discounter absetzen. Das gilt vor allem für Produkte, wie die genannten funkvernetzbaren Rauch- und Dual-Warnmelder mit Q-Label. Denn diese bieten durch die Vernetzung nicht nur einen Sicherheitsgewinn, sondern deren fachgerechte Installation setzt auch Fachwissen voraus, über das nur ein qualifizierter Monteur verfügt. Hager geht mittlerweile sogar noch einen Schritt weiter und gibt für seine Q-Rauchwarnmelder ab sofort auch eine sogenannte „10-Jahre- Echt-Alarm-Garantie“ für volle Funktionsfähigkeit ohne Fehlalarme. Damit setzt das Unternehmen einen neuen Qualitätsstandard, der über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht.
Literatur
[1] Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V., Altenberge: www.vfdb.de
www.hager.de

Autor:
Christian Wallner ist als Marktmanager Schalterprogramme und Gebäudesteuerung für die Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG in Blieskastel tätig.

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