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Fünf Fragen...

R. Rutschmann: Smart Home ist das zentrale Thema, mit dem viele andere Aspekte zusammenhängen

R. Rutschmann: Smart Home ist das zentrale Thema, mit dem viele andere Aspekte zusammenhängen

an Richard Rutschmann, Geschäftsleiter Innovation bei der S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG in Furtwangen, zum Thema „Mobilität und Innovationen in der Gebäudekommunikation“.

Herr Rutschmann, das Messemotto von Siedle auf der Light + Building lautete „Everything is connected“. Was heißt das konkret?
R. Rutschmann : Wir verstehen das Motto in einem weiten Sinn, von technologischer Vernetzung bis hin zu neuen unternehmerischen Partnerschaften. So haben wir bei den Innenstationen Siedle Basic erstmals mit einem externen Designer zusammengearbeitet. Unsere Kooperation mit Jung entwickelt sich äußerst fruchtbar, und technologisch eröffnen sich mit IP-basierter Türkommunikation ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel mit Apps für iPhone und iPad oder virtuellen Haustelefonen für den Laptop. Die Schwelle ist längst mobil geworden.

Vom Klingelhersteller zum Softwareanbieter ist es ein großer Schritt. Was bedeutet das für die zukünftige Entwicklung?
R. Rutschmann: Siedle ist heute in zwei Welten zuhause: jener der proprietären Standards und jener der offenen, IP-basierten Kommunikation. Unser In-Home-Bussystem hat nach wie vor eine sehr große Verbreitung. Über verschiedene Gateways verbinden wir es heute mit der IP-Welt. Das bedeutet: Auch das proprietäre System profitiert von Neuerungen der IP-Kommunikation. Bestehende In-Home-Anlagen können auf diese Weise in Smart-Home-Plattformen integriert werden. Und auch unser Geschäftsmodell wandelt sich mit der IP-Kommunikation: Kontinuierliche Software-Verbesserungen und neue Funktionen sind oberstes Gebot. Gleichzeitig gewinnen Service, Wartung und andere Dienstleistungen einen neuen Stellenwert.

Siedle ist auf Türkommunikation spezialisiert, jetzt kooperieren Sie mit Jung. Was hat sich dadurch geändert?
R. Rutschmann: Wir haben weitestgehend komplemen­täre Produktportfolios, die wir mit der Siedle Systemtechnik ganz eng verzahnt haben. Dadurch entsteht eine unerreichte Vielfalt in höchster Qualität. Siedle ist der Spezialist für Türkommunikation, Jung der Experte für Gebäudeautomation. An der Tür finden Sie also immer Siedle, im Haus haben Sie die Wahl. Das gilt für die Gestaltung: Sie können ein Video-Panel von Siedle nutzen, eine Schaltersprechstelle von Jung – oder beides zusammen. Es gilt aber auch für die Technik: Auf dem Panel von Siedle läuft die KNX-Gebäudeautomation von Jung. Und umgekehrt läuft auf dem Jung-Panel die Türkommunikation von Siedle.

Auf der Light + Building haben Sie eine Weiterentwicklung Ihres IP-basierten Kommunikationssystems Access präsentiert. Warum gibt es jetzt zwei Varianten?
R. Rutschmann: Wie erwähnt, entwickeln wir unsere Software ständig weiter. Wer die Markterfordernisse nicht aus den Augen verlieren will, muss auf die Kunden hören. Das tun wir bei Siedle, deshalb haben wir unser System Access auf zwei Beine gestellt. Access Home ist das neue System für einfache, kleine Projekte, zum Beispiel Einfamilienhäuser oder Arztpraxen. Access Home ist serverbasiert, kommt ­vorinstalliert im Hutschienengerät und macht IP so einfach wie möglich. Dagegen ist Access Professional unser Angebot für große, anspruchsvolle Projekte, etwa Kliniken oder Hotels. Es zeichnet sich durch herausragende Flexibilität aus, auch in der Erweiterung. Wir haben es für die Ansprüche von IT-Profis entwickelt. Deshalb liefern wir bei Access Professional keine Hardware mehr mit, das System läuft auf virtuellen Servern.

Die Entwicklung in der Gebäudekommunikation schreitet rasant voran. Welche Herausforderungen sehen Sie in nächster Zeit, und wie wird Siedle darauf reagieren?
R. Rutschmann: Smart Home ist das zentrale Thema, mit dem viele andere Aspekte zusammenhängen. Die großen IT-Firmen bieten mittlerweile alle Smart-Home-Plattformen an. Siedle ist mit der IP-basierten Software bestens vorbereitet, über offene Schnittstellen an diese Plattformen anzudocken. Gleichzeitig wird die Frage nach intuitiver Bedienbarkeit immer wichtiger. Das gilt für die Nutzer zu Hause, aber auch für die Verarbeiter: Installationsfreund­liche IT-Infrastruktur ist essenziell. Und natürlich spielt das Thema IP-Sicherheit eine große Rolle, gerade in einem so sensiblen Bereich wie dem Öffnen von Türen.
Bei aller Digitalität wird uns ein Thema weiter begleiten: Wie können wir Software mit Materialität und Haptik verbinden? Sie finden bei Siedle kein Panel, das ausschließlich über einen Touchscreen zu bedienen ist. Wesentliche Funktionen wie Sprechen oder Türöffnen lassen sich immer per Taste steuern. Auch darin drückt sich aus, wofür die Marke Siedle steht: für Qualität zum Anfassen.

www.siedle.de