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Energieautarkie im Gewerbe: Ein Stromspeicher für eine Metzgerei

Sommerprofil: 97 % Autarkie vom öffentlichen Stromnetz. In der Nacht ist der komplette Verbrauch vom ASD-Stromspeicher abgedeckt

Sommerprofil: 97 % Autarkie vom öffentlichen Stromnetz. In der Nacht ist der komplette Verbrauch vom ASD-Stromspeicher abgedeckt

Winterprofil: 45 % Autarkiegrad. Der ASD-Speicher steuert tagsüber immer wieder Strom für den Verbrauch bei

Winterprofil: 45 % Autarkiegrad. Der ASD-Speicher steuert tagsüber immer wieder Strom für den Verbrauch bei

Die ASD-Batteriezellen im geöffneten Batterieschrank

Die ASD-Batteriezellen im geöffneten Batterieschrank

Den eigenen Strom aus Photovoltaik-Anlagen maximal nutzen: Das war das Ziel von Thomas Eisele, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei in Ostrach. Denn das Verbrauchsprofil des energieintensiven Betriebs weist aufgrund der zahlreichen Maschinen große Schwankungen auf. Seine innovative Stromanlage, die auch einen speziell für die Bedürfnisse der Metzgerei angepassten Stromspeicher der ASD Automatic Storage Device GmbH umfasst, ermöglicht einen hohen Autarkiegrad vom öffentlichen Netz: im Jahresdurchschnitt circa 70 %.

Besitzer von Photovoltaik-Anlagen wissen: Die Einspeisevergütung für eine selbst produzierte Kilowattstunde Strom bringt deutlich weniger, als das, was es kostet, dieselbe Menge Strom vom öffentlichen Netz zu beziehen. Leider stimmen die Zeiten, in denen viel Strom produziert und viel verbraucht wird, nur selten überein. So auch bei der Metzgerei Eisele: Die Solaranlagen haben oft ihren Dienst noch gar nicht aufgenommen oder schon eingestellt, wenn es in der Wurstküche der Metzgerei rund geht oder die Kühl-Lkw, die als mobile Metzgereien auf umliegenden Wochenmärkten im Einsatz sind, nachts an der Steckdose hängen. Andererseits produziert eine Solaranlage in den Mittagsstunden teils so viel Strom, dass er sich gar nicht komplett verbrauchen lässt.
Die Lösung, um diese Problematik in den Griff zu bekommen, ist ein Stromspeicher, der überschüssige, selbst ­erzeugte Energie aufnimmt, bei Bedarf wieder abgibt und den Bezug vom Versorger somit auf ein Minimum reduziert.

Die Ausstattung
In enger Kooperation zwischen der Mc Cormick Solar GmbH, dem Speicherhersteller ASD und der Metzgerei Eisele wurde deshalb das System zur Stromversorgung der Metzgerei mit vier Kühlräumen und dem dazugehörigen Zweifamilienhaus ergänzt und optimiert. Seit August 2015 besteht es aus einer 52-kWp-PV-Anlage, die ans Netz angebunden ist, einem Notstromaggregat mit 100 kW sowie einer 38-kWp-PV-Anlage, die an einen ASD-Stromspeicher angeschlossen ist und es auf 92 kWh Kapazität bzw. 54 kW Leistung bringt.
Letztere PV-Anlage besteht aus drei Solartrackern, die dem Sonnenstand folgen und deshalb etwa 40 % mehr Strom erzeugen als herkömmliche, feststehende Anlagen. Mit ­dieser Ausstattung kommt die Metzgerei samt Wohnhaus auf einen Autarkiegrad von durchschnittlich etwa 70 %.

Das Handling
Die intelligente ASD-Speichersteuerung verfügt unter anderem über ein Sommer- und ein Winterprofil. Diese Profile optimieren einerseits die Ladezyklen der Lithium-Eisenphosphat-(LiFePO4-)Speicherzellen und vermeiden beispielsweise während der sonnenarmen Winterzeit eine Tiefentladung oder ein allzu häufiges Hin- und Herschalten zwischen Energiespeicher und öffentlichem Netz.
Die Profile könnten in der jeweiligen Jahreszeit grundsätzlich durchlaufen. Doch Thomas Eisele hat sich so weit in das Thema eingearbeitet, dass er selbst Hand anlegt, um den Autarkiegrad noch zu steigern. Einerseits schaltet er je nach Wetterlage manuell zwischen den Profilen hin und her, sodass beispielsweise an einem Wintersonnentag das besser passende Sommerprofil zum Einsatz kommt. Andererseits hat er auch die Produktion in seinem 20-Mitarbeiter-Betrieb angepasst: Die Kombidämpfer werden mithilfe eines Timers erst nach Sonnenaufgang gestartet; Scherbeneis produziert er oft am Wochenende, wenn der Stromspeicher genügend Reserven hat, weil dann die beiden mobilen Metzgereien ausgeräumt sind und keine Kühlung benötigen.
Aus dem ASD-Speicher und -Wechselrichter lassen sich bis max. 54 kW abrufen. An mindestens zwei Vormittagen pro Woche läuft die Produktion auf Hochtouren: Kutter, Wolf und Vakuummaschinen sind dann in Betrieb – allein die Spülmaschine hat beispielsweise schon eine Leistung von 20 kW. Aufgrund der teils sehr hohen Anlaufströme der Geräte schaltet T. Eisele dann meist noch für etwa zwei Stunden das Stromaggregat hinzu, sodass ihm noch weitere 100 kW zur Verfügung steht. Dies reicht aus, um bei der Abnahme vom öffentlichen Netz hohe Stromspitzen zu vermeiden.

Beim Nachbarn gab es Stromausfall
„Das seit August 2015 laufende System ist genau auf unseren Bedarf abgestimmt und eine wirklich tolle Sache“, resümiert T. Eisele. Bei Bedarf würde sich der Stromspeicher aber auch jederzeit an etwaige neue Anforderungen anpassen lassen, sodass das System flexibel und damit zukunftssicher ist.
Doch davon kann erst einmal keine Rede sein, denn die ­Batteriezellen sollten mit angenommenen circa 5 000 Ladezyklen etwa 25 Jahre durchhalten. Und selbst von einem Stromausfall in ganz Ostrach haben die Eiseles nur vom Nachbarn erfahren. „Der kam zu meiner Frau, um sich zu erkundigen, ob wir auch betroffen sind, da ­sagte sie nur: ‚Ich bügel‘ doch grad‘“, schmunzelt T. Eisele.
„Wir haben absolut nichts davon bemerkt.“ Denn während die herkömmliche PV-Anlage bei einem Stromausfall den Betrieb einstellt, ist der ASD-Stromspeicher vollkommen unab­hängig vom öffentlichen Netz.

www.asd-sonnenspeicher.com

Autor:
Wolfram Walter ist geschäftsführender Gesellschafter der ASD Automatic Storage Device GmbH in Umkirch.