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Fünf Fragen...

an Tom Pincince, CEO von Digital Lumens, zum Thema „Auswirkungen sensorbasierter LED-Beleuchtung auf die Gebäudeautomation“.
Herr Pincince, warum ist eine intelligente Beleuchtung für ein modernes Gebäude von strategischer Bedeutung?
T. Pincince : Intelligente Beleuchtung bzw. sensorgestützte Beleuchtungsnetzwerke arbeiten als eine Art Nervensystem des Gebäudes. Ob Lager, Büro, Einzelhandelsgeschäft, Fabrik oder Hotel: Intelligente LED-Beleuchtung spart Energie und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, andere Systeme zu integrieren.
Wie können sich die Daten aus intelligenten Beleuchtungssystemen auf eine Organisation auswirken?
T. Pincince: Bei der Projektierung eines intelligenten Beleuchtungssystems ist es wichtig, Möglichkeiten für zusätzliche Wertschöpfung durch das System zu berücksichtigen. Dazu ist es erforderlich darüber nachzudenken, welche Systeme miteinander kommunizieren sollen und welche weiteren Beteiligten in der Organisation von den verfügbaren Systemdaten profitieren können. Die Systeme benötigen offene Schnittstellen, die einen Anknüpfungspunkt für die Integration in andere Gebäudesysteme, wie etwa HLK bieten und den Datenaustausch mit dem ERP oder anderen Aufzeichnungssystemen ermöglichen.
Was sollte bei der Auswahl einer Beleuchtungslösung beachtet werden?
T. Pincince: LED sind die Lichttechnologie der Wahl. Einfache LED-Leuchten ohne softwaregestützte Steuerung sind jedoch eine technologische Sackgasse und werden im intelligenten Gebäude keine Rolle spielen. Im Gegen satz dazu ermöglicht vollständig integrierte Intelligenz – Beleuchtungssysteme mit integrierten Sensoren und drahtloser Steuerung – große Sprünge bei Effizienz und Leistung. Tatsächlich kann der Umstieg von einfachen LED-Leuchten auf intelligente LED-Systeme in gewerblichen und industriellen Umgebungen zu zusätzlichen Energieeinsparungen von bis zu 40 % führen. Der Wirkungsgradgewinn fördert eine schnellere Amortisation und die vom System generierten Daten bedeuten langfristig weitere Vorteile für den Betreiber.
Wie können die Daten aus sensorbasierten LED- ­Beleuchtungssystemen genutzt werden?
T. Pincince: Wenn das Unternehmen die Sensordaten nutzt, kann aus intelligenter Beleuchtung langfristig ein Wert geschaffen werden. In einem breiten Spektrum von kommer ­ziellen und industriellen Umgebungen – vom Einzelhandel über Fertigungsbetriebe bis hin zu Sportanlagen und anderen Umgebungen – zeigen die Daten zum Beispiel Frequentierungsmuster. Ebenso lassen sich Ineffizienzen in der Materialwirtschaft aufdecken. Die Betreiber von Lagergebäuden identifizieren mit Präsenzdaten mögliche Engpässe auf den Wegen, die mit Flurförderfahrzeugen befahren werden, ordnen Lagerwaren neu an, um die Zeit für Kommissionierung und Verpackung zu reduzieren, verkürzen die gefahrenen Strecken und sparen Strom für Batterieladungen, die zusätzliche Kosten für Verbrauchsspitzen bedeuten können. In Zukunft werden die Daten von intelligenten Beleuchtungssystemen verwendet, um eine komfortable Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Beleuchtung kann auch dazu dienen, die Stimmung zu verändern, da unterschiedliche Farbtöne positiven Einfluss auf Produktivität, Gesundheit und Wohlbefinden haben können.
Wer sollte an der Evaluierung von Lösungen für ein ­intelligentes Gebäude beteiligt sein?
T. Pincince: Realität ist, dass „IoT“-fähige Systeme, wie eine intelligente Beleuchtung, alle Details des intelligenten Gebäudes betreffen. Beleuchtungssysteme, die früher ausschließlich vom Facility Management betreut wurden, haben nun viel mehr Aufgaben, als einfach nur für Licht zu sorgen. Deshalb müssen Lösungen für intelligente Gebäude, nämlich vernetzte, sensorgestützte Objekte und Systeme, vom Facility Management in Kooperation mit den Kollegen aus der IT beurteilt werden. Die Beteiligung beider Abteilungen hilft dem Unternehmen dabei, maximalen Nutzen aus diesen neuen, intelligenten Geräten zu ziehen und den Return on Investment sowohl in finanzieller als auch in operativer Hinsicht zu beschleunigen. Auch in Zukunft müssen CIO, CEO, Sustainability Manager, Facility Manager und CTO in die Diskussionen über intelligente Gebäude einbezogen werden.
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