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(Bild: fotolia_WavebreakMediaMicro)

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TGA-Fachplanung auf CAD-Basis

Mit Brics CAD lassen sich Automationsschemata einfach erzeugen und verwalten

Mit Brics CAD lassen sich Automationsschemata einfach erzeugen und verwalten

Je größer und komplexer Bauprojekte sind, umso wichtiger ist es, schon in der Planungsphase möglichst präzise Vorgaben bezüglich der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) zu machen. Optimal geht dies mit einer MSR-Planungssoftware wie Tric. Diese basiert auf der CAD-Software Brics CAD und erleichtert sämtliche Schritte von Planung und Ausschreibung bis zu Ausführung sowie Abrechnung.
Mit der MSR-Planungssoftware Tric des Wiesbadener Softwarespezialisten Mervisoft GmbH können Fachplaner eine herstellerneutrale Planung von Anlagen innerhalb der TGA vornehmen. Innerhalb des Programms, das auf dem CAD-System Brics CAD basiert, lassen sich Automationsschemata einfach erzeugen und verwalten.
Tric bietet sämtliche Funktionen des modernen CAD-Programms Brics CAD des belgischen Herstellers Bricsys. Das System verwendet die reengineerte DWG-Version (Teigha File Converter) der ODA (Open Design Alliance). Der ODA gehören alle großen CAD-Systemhersteller an. Das DWG-Format ist weltweit der am meisten verwendete Industriestandard für Zeichnungsinformationen. Damit lassen sich etwa Daten zwischen den oben genannten CAD-Systemen austauschen. Neben dem DWG-Format unterstützt Brics CAD auch das Data Exchange Format (DXF), das Daten in Ascii und Binärform abspeichert. Auch diese Daten können von den meisten CAD-Systemen importiert werden.
Tric wird von der Vorplanung bis zur Enddokumentation von Planern und ausführenden Firmen sowie Betreibern eingesetzt. Die Projektarchivierung enthält vollständige Projektinformation inklusive aller Zeichnungen, Produktinhalten, Datenblätter für Produkte, die verwendeten technischen Informationen und Kabeldaten, Stück- und Mengenlisten, Funktionslisteninhalte, Funktionscodes, Bacnet-Objekte und Properties sowie sämtliche im Projekt eingegebenen zusätzlichen Informationen, wie Änderungsvermerke und Leistungsdaten. Die Projektarchivierung enthält immer nur die Daten, die in einem Projekt auch verwendet wurden. Damit reduziert sich der Stammdatengehalt bei der Übertragung auf ein anderes Rechnersystem.
Neben den oben genannten grafischen Austauschformaten, die direkt von Brics CAD verwendet werden, unterstützt Tric auch verschiedene weitere Datenaustauschformate, wie CSV, XLS, PDF, MDB oder verschiedene GAEB-Formate (GAEB 90, GAEB 2000, GAEB XML). Damit lassen sich auch Informationen, wie Kostenvoranschlag, Angebotsaufforderung, Angebotsabgabe, Nebenforderung, Auftragserteilung, Access und SQL-Datenbank für Positions- und Stammdaten nahtlos verwalten.
Schnittstellen zu anderen Programmen
Die Datenbankstruktur innerhalb von Tric wird von Mervisoft jedem Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die vollständige Dokumentation der einzelnen Datenbankfelder und deren Zusammenhänge werden ebenfalls kostenfrei geliefert. Somit ist jeder Interessent in der Lage, die aktuellen Daten zu extrahieren und weiterzuverarbeiten.
Kieback & Peter nutzt beispielsweise den direkten Zugriff auf die offene Datenbank für ihr PS4000-System. Siemens verwendet den Export der IO-Belegung für das Tric-X-Works. Die Firmen Honeywell, Deos, Saia, Beckhoff und JCI nutzen die IO-Belegung ebenfalls, um Daten in der Modulbelegung ihrer eigenen Systeme automatisch zu übernehmen.
Die Benutzeradressen können aus insgesamt derzeit 19 Datenbankfeldern in beliebiger Reihenfolge zusammengesetzt, gedruckt und exportiert werden. Zusätzlich ist es möglich, in der mitgelieferten Übersetzungstabelle einem Herstellerfunktionscode den zugehörigen Kundenfunktionscode zuzuordnen. Mit einem Klick kann zwischen beiden Funktionscodes umgeschaltet werden und die gewünschte Darstellung automatisch in der Zeichnung und Dokumentation erzeugt werden.
Verknüpfung mit Bibliotheken der Bacnet-Hersteller
In Tric können sogenannte SFM-Gruppen (Standard Funktionsmodule) definiert werden. Diese Funktion eignet sich, um mehrere Aggregate (Feldgeräte) zu einem Funktionsmodul zusammenzufassen. Ein typisches Beispiel aus der HKL-Technik wäre die Kombination aus Erhitzer, Vorlaufpumpe, Regelventil, Fühler und Frostschutz. Diesem Funktionsmodul können individuell Programmdateien und Funktionsbeschreibungen zugeordnet werden.
Die Firmen Siemens und ROM-Technik (für Produkte von Beckhoff) haben diese Funktion bereits erfolgreich umgesetzt. Eine individuelle Erweiterung kann jeder Anwender selbstständig durchführen. Die Firma MBS aus Krefeld hat das Produkt Baceye entwickelt, das die Basisdaten aus einem Tric-Archiv mit den tatsächlich umgesetzten Daten im Bacnet-Objekt vergleicht.
Geplante Weiterentwicklung
Die CAD-Software Brics CAD, auf der Tric basiert, bietet in der Platinum-Version ein optional erhältliches BIM-Modul an, das eine IFC-2.3.x-Schnittstelle zur Verfügung stellt. Dabei dient die ebenfalls in Brics CAD integrierte webbasierte Projektverwaltung (Chapoo) als BIM-Manager. Alle Projektdaten werden zentral abgelegt und können von den Beteiligten jederzeit komfortabel abgerufen und bearbeitet werden. Dabei werden auch sämtliche Benutzer daten und deren Zugriffsrechte zentral verwaltet.
Aktuell arbeiten der VDI und der VDMA in Deutschland an BIM-Richtlinien für den TGA-Bereich. Dabei geht es vor allem darum, wie Inhalte zu übergeben und auszuwerten sind. Sobald die Gremien eindeutige Definitionen und Festlegungen vereinbart haben, werden diese Inhalte auch in Tric umgehend zur Verfügung stehen.
Ähnliches wie für BIM gilt auch für die zentrale Verwaltung sämtlicher technischer Daten, die aus dem Engineering stammen (digitaler Zwilling). Auch hierzu gibt es noch keine Festlegung oder Richtlinien, wie Austauschformate aussehen sollen. Sobald Definitionen hierfür verfügbar sind, wird Tric diese Schnittstelle schnellstmöglich integrieren.
Lizenzierung und technische Voraussetzungen
Brics CAD bietet ein flexibles Lizenzsystem an, bei dem sowohl Einzelplatzlizenzen als auch Netzwerklizenzen zur Verfügung stehen. Netzwerklizenzen können bei Bedarf auch für eine lokale Maschine ausgeliehen werden. Für die Ausleihe und Rückgabe der Lizenzen am Lizenzserver wird keine Internetverbindung benötigt. Tric benutzt den gleichen Lizenzserver wie Brics CAD, sodass beide Lizenzen im Netzwerk über eine Bedienoberfläche verwaltet werden können. Auch die Möglichkeit der Lizenz-Ausleihe ist für Tric identisch realisiert.
Die erste Aktivierung der Lizenzen sowohl für Brics CAD als auch für Tric kann entweder über eine direkte Internetverbindung stattfinden oder über einen anderen Rechner in Form einer Lizenzdatei aktiviert und heruntergeladen werden. Die Ausleihfunktion der Lizenzen ermöglicht es, den Arbeitsrechner mit installiertem Brics CAD und Tric mit vor Ort ins Projekt zu nehmen und dort damit zu arbeiten.
Tric arbeitet mit den beiden Datenbanksystemen MS-SQL und MS Access. Es werden MS-SQL-Server der Versionen 2008 bis 2016 unterstützt. Für die Verwendung der MS-Access-Engine benötigt man lediglich eine Version 2000 oder neuer. Die MS-Access-Version benötigt keine vollwertige Installation, sondern lediglich die Engine, die mit dem Betriebssystem geliefert wird. Für die MS-SQL-Datenbank ist die kostenfreie Expressversion in den meisten Fällen ausreichend, wenn nicht mehr als vier Benutzer gleichzeitigen Zugriff benötigen. Darüber hinaus wird eine Vollversion der MS-SQL-Datenbank in der Standardversion benötigt.

www.mervisoft-gmbh.de

Autor:
Dr. Jörg Lantzsch ist als Fachautor in Wiesbaden tätig.