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Energiespar-Contracting für die Textillogistik

Die zentrale Lüftungsanlage, inklusive Klimakälte für die Büros

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Arbeitsstation in der Bügelei: Erneuert wurden die Ventilatoren der Lüftungsanlage und die Beleuchtung

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Das BHKW sorgt für die Eigenerzeugung von Strom und Wärme zur Heizungsunterstützung und Trinkwarmwassererzeugung

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Eine verbesserte Energiebilanz, optimierte Arbeitsbedingungen und effizientere Prozesse: Der Textillogistiker BLG Sports & Fashion Logistics im thüringischen Hörsel ist mit Siemens eine Energieeffizienz-Partnerschaft eingegangen, um seine Gebäudetechnik umfassend zu modernisieren. Die Energiekosten sinken um circa 52 %. Der CO2-Ausstoß reduziert sich um 48 %, was 2 760 t pro Jahr entspricht. Und außerdem gab es für das Projekt den Nachhaltigkeitspreis des Landes Thüringen.
Bei BLG Sports & Fashion Logistics in Hörsel im Landkreis Gotha in Thüringen beginnt die kalte Jahreszeit im Sommer. Dann herrscht bei dem europaweit tätigen Textillogistik-Dienstleister an der A4 Hochsaison für die Kleidung der Herbst- und Winterkollektion. 500 Mitarbeiter bereiten im Zwei-Schicht-Betrieb die Ware namhafter Modelabels für den Verkauf auf. Nicht zuletzt wegen der starken Zunahme des E-Commerce-Geschäfts haben die Angestellten alle Hände voll zu tun: Jährlich können in Hörsel bis zu 60 Mio. Kleidungsstücke konfektioniert werden.
Damit auch im Sommer optimale Arbeitsbedingungen bei niedrigen Energiekosten gewährleistet sind, entschied sich BLG im Jahr 2015, über ein Energiespar-Contracting mit Siemens den Standort zu modernisieren. Im Rahmen dieses über acht Jahre laufenden EPC-Vertrags (Energy Performance Contracting) modernisierte die Siemens-Division Building Technologies die vorhandene Gebäudetechnik. Die Investition im mittleren einstelligen Millionenbereich wird aus der Einsparleistung des Kunden refinanziert, die Siemens zuvor ermittelt hat und die vertraglich garantiert ist. Für den Modernisierungsvertrag musste der Textillogistiker also keinen Cent auslegen. „Da unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen durch die Spareffekte ausgeglichen werden, gibt es keine Mehrkosten. Damit kostet uns die Nachhaltigkeit unterm Strich keinen Cent“, sagt Frank Wollboldt, Leiter Expansion bei BLG.
Modern, sicher, wertschöpfend und umweltfreundlich
Dank dieser bilanzneutralen Lösung bleiben Investitionsspielräume für andere Projekte erhalten, denn kein Kapital wird gebunden. Neben den Einsparungen bei Energie- und Betriebskosten ergeben sich zusätzliche Effekte: Wertschöpfung durch Modernisierung, erhöhte Betriebssicherheit und Verfügbarkeit sowie reduzierte Instandhaltungsaufwendungen. Hinzu kommen verringerte CO2-Emissionen, die die Umwelt weniger belasten und damit auch der positiven Außendarstellung des Unternehmens dienen.
Deutschlandweit ist BLG Sports & Fashion Logistics, Tochter der börsennotierten BLG Logistics Group, der erste Logistiker, der mit Siemens ein Energiespar-Contracting eingegangen ist. Weltweit hat Siemens EPC-Verträge mit Unternehmen der Privatwirtschaft, Krankenhäusern, kommunalen Schulen, Kindergärten und Museumsverbünden geschlossen. „Energieeffizienz ist auch im Infrastrukturbereich einer der wichtigsten Hebel, um ökonomische und ökologische Ziele in Einklang zu bringen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, begründet Markus Buckow, Geschäftsführer der BLG Sports & Fashion Logistics, die Kooperation. Bei der Entscheidung für Siemens gaben wichtige Garantien den Ausschlag:

  • Die Gesamtverantwortung für die Qualität von Planung, Ausführung und der erzielten Resultate liegt bei einem einzigen, erfahrenen Anbieter.
  • Es werden hohe Energieeffizienz und langfristig sichere Kosteneinsparungen erzielt.
  • Der Aufwand für die Planung und die Koordinierung von Gewerken, Lieferanten und vielen Schnittstellen entfällt.
  • Der nahtlose Übergang von der Planung bis zur Fertigstellung spart Zeit und Geld, Fördergelder und Steuervorteile sind daher schneller verfügbar.

    Die Implementierung der Nachhaltigkeitsstrategie verlief in Hörsel reibungslos. „Die Herausforderung bestand einzig in der Gestaltung des Finanzierungsmodells, denn dabei galt es, die optimale Balance zwischen Investition, Einsparpotenzial und größtmöglicher Energieeffizienz zu finden. Gemeinsam mit Siemens ist uns das gut gelungen“, so F. Wollboldt.

Schritt für Schritt Energie sparen
Wie sah das Vorgehen bei der Modernisierung in Hörsel im Einzelnen aus? Zunächst wurde eine Voranalyse zur Bestimmung des Energiebedarfs des 1998 errichteten Logistikzentrums durchgeführt, dessen Lagerhallen sich auf 160 000 m2 erstrecken. Dann wurden Bereiche für Energieeinsparungen identifiziert und eine detaillierte Energieanalyse erstellt, um Verbesserungsmaßnahmen festzulegen, die den vereinbarten Investitionskriterien am besten entsprechen und optimale Ergebnisse liefern.
Anschließend wurden die Maßnahmen umgesetzt. So ersetzten die Siemens-Techniker 16 400 Leuchtstofflampen durch 11 650 effiziente LED-Systeme. Diese erreichen Tageslichtqualität, sind auf die nötige Beleuchtungsstärke abgestimmt und sparen bis zu 70 % Energie. Die LED-Leuchtmittel bieten eine höhere Lebensdauer bei weniger Stromaufnahme und halten die Wartungskosten niedrig.
Anstelle der bisherigen Ventilationstechnik sorgen jetzt energieeffiziente, direkt getriebene Zu- und Abluftsysteme in den Hallen für bessere Luft. Betrieben werden die Systeme mit wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Motoren, die den neuen Normen der International Electrotechnical Commission (IEC) entsprechen. Der Wirkungsgrad liegt jetzt um 15 % über den alten Systemen, darüber hinaus lassen sich die Ventilatorengruppen einzeln ansteuern, um die Drehzahl individuell zu erhöhen. Die neuen Systeme senken zugleich den Schalldruckpegel in den Räumen; er liegt nun zwischen 60 dB(A) und 75 dB(A). Zusätzlich ließ das Logistikzentrum sogenannte Tunnelfinisher, automatische Bügelanlagen für Textilien, durch weniger energie- und wartungsintensive Anlagen ersetzen. 50 % weniger Strom und Dampf verbrauchen diese neuen Finisher, außerdem erhöhen sie den Warendurchsatz.
Neu errichtet wurde ein Blockheizkraftwerk mit 140 KWel und 207 KWth für die Erzeugung von Wärme und Strom. Die Heizkessel sind am tatsächlich benötigten Bedarf ausgerichtet. Neue energiesparende Heizungspumpen wurden installiert und die Menge an kontinuierlich fließendem Heizungswasser reduziert.
Höherer Komfort für die Mitarbeiter und mehr Sicherheit
Durch eine neue Lüftungsanlage haben sich zudem die Arbeitsbedingungen im Verwaltungstrakt verbessert: Die neu implementierte Kühlfunktion führt in den Sommermonaten zu angenehmeren Arbeitsbedingungen. Parallel wurde die gesamte Gebäudeleittechnik auf den neuesten Stand gebracht. Zum Abschluss wurden Brandschutzmaßnahmen umgesetzt: Die Brandschutztore sind jetzt mit ausfallsicheren Relais versehen.
Um maximale Energieeinsparungen zu gewährleisten, nimmt Siemens regelmäßige Messungen und Überprüfungen in Hörsel vor. Zu diesem Zweck haben die Gebäudetechniker eine übersichtliche und einheitliche Zählerstruktur geschaffen. Alle Zähler sind auf die Gebäudeleittechnik aufgeschaltet.
Sämtliche Maßnahmen wurden in 24 Monaten bei laufendem Betrieb umgesetzt. Der CO2-Ausstoß des Standorts konnte um 2 760 t/a, also um rund 48 %, reduziert werden. „Wir sind uns der Verantwortung, die wir als Logistiker gegenüber der Umwelt tragen, bewusst. Daher haben wir uns entschieden, den Standort Hörsel energieeffizient aufzustellen. Die Neuerungen sind eine Investition in die Zukunft des Standortes“, blickt F. Wollboldt voraus. Das Engagement des Unternehmens ist in der Öffentlichkeit bereits positiv aufgefallen: Für das Gesamtkonzept hat die BLG für den Standort den Nachhaltigkeitspreis des Landes Thüringen erhalten. Geehrt werden Unternehmen, die sich für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslands einsetzen und vom Willen getragen sind, Verantwortung für die kommenden Generationen zu übernehmen.

www.siemens.de/buildingtechnologies

Autor:
Thorsten Broer ist als Vertriebsbeauftragter Energieeffizienz-Lösungen für die Siemens AG in Frankfurt/M. tätig.