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Stiebel Eltron: St. Trinitatis in Leipzig setzt architektonisch und energetisch neue Maßstäbe (Bild: Stiebel Eltron)

Bild: Stiebel Eltron

St. Trinitatis in Leipzig setzt architektonisch und energetisch neue Maßstäbe

Die für ihre Architektur vielfach preisgekrönte Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig gilt aktuell als größter Kirchenneubau in den neuen Bundesländern und zugleich als nachhaltigste Kirche Deutschlands – mit einem innovativen Haustechnik ­konzept, das u. a. auf Eigenstromerzeugung über Photovoltaikmodule und eine Wärmepumpenkaskade als Heizzentrale setzt. Drei Sole-Wasser-Wärmepumpen WPF 52 von Stiebel Eltron übernehmen die Wärmeversorgung; zudem wurde eine insgesamt 54 kWp starke Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und in Teilen der Fassade des Gebäudes installiert. An heißen Tagen wird über die Wärmepumpenanlage auch die Kühlung der Räume realisiert.

Nordfassade mit Gemeindesaal im Erdgeschoss und Priesterwohnungen im Obergeschoss. Bei der Gestaltung haben die Architekten auf einen hohen Tageslichteinfall geachtet (Bild: Stiebel Eltron)

Nordfassade mit Gemeindesaal im Erdgeschoss und Priesterwohnungen im Obergeschoss. Bei der Gestaltung haben die Architekten auf einen hohen Tageslichteinfall geachtet (Bild: Stiebel Eltron)

Im Herzen Leipzigs ist mit St. Trinitatis ein Ort der Begegnung und Ruhe entstanden. Mit dem 50 m hohen Glockenturm, klaren Kanten und einer Gebäudegeometrie, die ihr im Volksmund den Namen „St. Tetris“ eingebracht hat, wirkt St. Trinitatis selbstbewusst, ohne dabei als Fremd ­körper zu erscheinen. Die Fassade ist durchgehend mit hellrotem Porphyr gestaltet. Der Neubau von Schulz und Schulz Architekten aus Leipzig teilt sich auf in den Kirchenraum, den Pfarrhof und das Gemeindezentrum mit Glocken ­turm. Im Inneren ergibt sich ein spannendes Wechselspiel zwischen Licht und Schatten. Die beiden Hauptteile des Ensembles – der Turm mit dem angrenzenden zweigeschossigen Gemeindezentrum und der Kirchenraum – sind nur über zwei Brücken im Obergeschoss verbunden. Der Pfarrhof ist zugleich benutzbare Passage und zentraler Ort der Begegnung.

Ein Raum der Stille

Drei Großwärmepumpen WPF 52 machen die Wärme aus dem Erdreich nutzbar (Bild: Stiebel Eltron)

Drei Großwärmepumpen WPF 52 machen die Wärme aus dem Erdreich nutzbar (Bild: Stiebel Eltron)

Der rund 640 m ² große und 14,5 m hohe Kirchenraum wird zum „Raum der Stille“ in der hektischen Innenstadt. Hier wirkt der Purismus an sich sowie das mit Bibeltexten gestaltete, 22 m lange und 3 m hohe ebenerdige Kirchenfenster. Direkt über dem Altar haben die Architekten zudem ein Band aus Oberlichtern in die Decke integriert. Das einfallende Tageslicht inszeniert den Altar und sorgt für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Es ist ein ganz besonderer Moment, wenn die Westsonne ihren Weg durch den Einschnitt in den Raum findet und neben dem hölzernen Kreuz ein zweites Lichtkreuz über dem Altar zeichnet. Seit der Eröffnung im Mai 2015 wurde St. Trinitatis vielfach für seine Architektur und baukulturelle Qualität ausgezeichnet sowie außerdem für besondere Nachhaltigkeit und die ­herausragende technische Gebäudeausrüstung. St. Trinitatis gilt als derzeit nachhaltigster Kirchenneubau Deutschlands.

Gottes Schöpfung bewahren - Energieressourcen schonen

Architektonisch beeindruckend: Der Innenhof mit Wasserspiel lädt zum Verweilen ein (Bild: Stiebel Eltron)

Architektonisch beeindruckend: Der Innenhof mit Wasserspiel lädt zum Verweilen ein

Auf dem Dach der Probsteikirche produziert eine 54-kWp-PV-Anlage grünen Strom (Bild: Stiebel Eltron)

Auf dem Dach der Probsteikirche produziert eine 54-kWp-PV-Anlage grünen Strom (Bild: Stiebel Eltron)

Es war ein Anliegen der Gemeinde, den christlich motivierten Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung im Sinne eines nachhaltigen Gebäudes von der Planung über die Bauphase bis zum Gebäudebetrieb umzusetzen. Alle Bauteile sind deutlich stärker gedämmt als die gesetzlichen Mindestanforderungen verlangen, weitestgehend schadstofffrei und aus langlebigen, mineralischen und nachwachsenden Materialien. Zudem tritt St. Trinitatis den Beweis an, dass auch für größere Gebäudeanlagen in der Innenstadt Erdwärme eine attraktive Alternative zur Fernwärme darstellt.
„Leipzigs Innenstadt ist Fernwärmegebiet. Die Gemeinde wollte aber energetisch so autark wie möglich sein und ganz auf erneuerbare Energien setzen“, erläutert Torsten Hauke vom verantwortlichen TGA-Planungsbüro MLT. „Deshalb entschied man sich im Sinne der Nachhaltigkeit und aber auch der Wirtschaftlichkeit für die Wärmeversorgung über eine Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage.“ Genutzt werden drei Sole-Wasser-Wärmepumpen WPF 52 von Stiebel Eltron, die die Wärme für die Gebäudeheizung über 18 Erdsonden mit einer Tiefe von je 140 m und einer ­Erdsonde mit einer Tiefe von 100 m aus dem Erdreich gewinnen. Dabei arbeiten die Wärmepumpen WPF 52 hoch ­effizient und erfüllen die Anforderungen der Energie ­effizienzklasse A++. Sie zeichnen sich zudem durch einen sehr leisen Betrieb aus. Über eine Kaskadenschaltung decken ein oder zwei Geräte die Grundversorgung mit Wärme, bei Verbrauchsspitzen schaltet sich das dritte Gerät hinzu. Das senkt nachweislich die Betriebskosten. Zwei Pufferspeicher SPB 1000 E bevorraten die Wärme bei großer Wärmepumpenleistung und stellen sie bedarfsgerecht zur Verfügung.
Da die Pumpen umso effizienter arbeiten, je geringer der Temperaturunterschied zwischen Erdreich und Heiztemperatur ist, verteilt eine Fußbodenheizung mit entsprechend niedriger Vorlauftemperatur die Wärme. Im Sommer wird das Gebäude über die Anlage auch passiv gekühlt. Dabei wird die Wärme aus dem Gebäude über die Sonden in die Erde abgegeben, was wiederum der Regeneration der ­Sondenanlage zugutekommt.
Der Strombedarf der Kirche lässt sich zu 40 % aus Solarenergie decken. Auf dem Dach des Kirchsaals befindet sich eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 333 m ² und in die Südfassade des Glockenturms wurde eine PV-Anlage mit einer Größe von 144 m ² eingefügt, die sich auch gestalterisch integriert. Die Gesamtleistung der Solaranlage entspricht 54 kWp. Im Kirchturm wird zudem in einem 29.000-l-Tank Regenwasser gesammelt und über Schwerkraft zu den Bedarfsstellen in den WC-Bereichen im Gebäude ­geleitet. So ist der Turm, in dem seit September 2017 wieder Kirchenglocken läuten, weithin sichtbares Symbol für das Verantwortungsbewusstsein der Kirche im dritten Jahrtausend.
www.stiebel-eltron.de


Franziska Eidner M. A. ist als Publizistin und Geschäfts ­führerin bei Eins A Team, Agentur für Architektur ­kommunikation in Berlin tätig. (Bild: Till Budde)

Bild: Till Budde

Autorin:
Franziska Eidner M. A. ist als Publizistin und Geschäfts ­führerin bei Eins A Team, Agentur für Architektur ­kommunikation in Berlin tätig.