A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Mediadaten
VDE Verlag Logo

Infrarottechnik entdeckt potenzielle Brandgefahren

Im Alarmfall werden die Bereiche, in denen die zuvor definierte Temperatur überschritten wurde, rot eingefärbt. Der Bediener kann so einen möglichen Brandherd erkennen und brandbekämpfende Maßnahmen auslösen

Die Überwachung kann auf einen oder mehrere definierte Bereiche, die „Regions Of Interest“ (ROI), beschränkt werden

Anlagen, wie Papierlager, in denen leicht entzündliche Materialien gelagert werden, sind besonders feuergefährdet und benötigen daher ein zuverlässiges Brandfrüherkennungssystem

Der Brandschutz ist eine wichtige Aufgabe für jedes Unternehmen, bei deren Lösung nicht nur Maßnahmen zur Brandbekämpfung betrachtet werden sollten. Vielmehr ist es von Vorteil, potenzielle Brandgefahren rechtzeitig zu entdecken und die Brandentstehung frühzeitig zu verhindern. Dies ermöglichen Infrarotkameras, mit denen sich große Bereiche effizient überwachen lassen.

Brandschutz ist eine wichtige Aufgabe für jedes Unternehmen. Das gilt ganz besonders für Industrieanlagen, in denen leicht entzündliche Materialien gelagert werden. „Typische Anwendungen im industriellen Bereich sind beispielsweise die Lagerung von Papier, Abfällen oder Brennstoffen in geschlossenen Bunkern oder auf Freiflächen“, erläutert Dr. Frank Nagel, Vertriebsleiter bei Dias Infrared. Durch eine Selbstentzündung der gelagerten Materialien oder den Fremdeintrag heißer Stoffe können hier schnell Brände entstehen, die hohe Risiken für die Umwelt und die Betreiber der Anlagen bergen. „Viele Versicherer empfehlen deshalb in diesen Bereichen den Einsatz von Infrarotkameras zur Überwachung und Brandfrüherkennung“, erläutert F. Nagel.
Mithilfe von Infrarotkameras im Spektralbereich von 8 µm bis 14 µm können durch eine kontinuierliche, automatische Temperaturmessung Glimmnester oder Schwelbrände frühzeitig erkannt und bereits vor Ausbruch eines möglichen Brands mit geeigneten Maßnahmen beseitigt werden. Durch die Eingrenzung auf den Bereich zwischen 8 µm und 14 µm wird bei Messungen an weiter entfernt liegenden Objekten der Einfluss der Wärmestrahlung der Atmosphäre zwischen Objekt und Kamera minimiert. Die Atmosphäre emittiert in diesem Wellenlängenbereich kaum Eigenstrahlung, die die Messung verfälschen könnte.
Das Thermografiebild der Pyroview-380L-Infrarotkamera wird auf dem Monitor des Brandfrüherkennungssystems in einer Schwarz-Weiß-Skala angezeigt. Dunkle Flächen stehen dabei für kalte Bereiche, helle Flächen für hohe Temperaturen. Die Kamera misst Temperaturen im Bereich von –20 °C bis 500 °C und stellt sie mit 384 × 288 Bildpunkten und maximal 50 Hz in Echtzeit dar. Im Alarmfall werden die Bereiche, in denen die zuvor definierte Temperatur überschritten wurde, rot eingefärbt. Der Bediener kann so einen möglichen Brandherd erkennen und brandbekämpfende Maßnahmen auslösen.

Sperrmüllsortierung unter Kontrolle
In Österreich setzt der Umweltdienst Burgenland (UDB) am Standort Oberpullendorf ein Pyrosoft-FDS-System als modernes Brandmeldesystem in einem Sortierzelt für Sperrmüll ein. Nachdem das Zelt in den vergangenen Jahren bereits zweimal in Flammen stand, entschied man sich zum Schutz der eigenen Mitarbeiter und der Umwelt dafür, den Brandschutz zu modernisieren. Um bereits kleine Überhitzungen innerhalb des großflächigen Überwachungsbereichs erkennen zu können, ist die Infrarotkamera auf einem Schwenk-Neige-Kopf montiert und die zu überwachende Fläche in unterschiedliche Sektoren aufgeteilt. Diese Bereiche fährt die Kamera mit einer Positioniergenauigkeit von 0,2° an. Ein kompletter Umlauf dauert dabei maximal zwei Minuten. Die Ansteuerung des Schwenk-Neige-Kopfs sowie die Überwachung der digitalen Statussignale, wie Kamerafunktion, Stromversorgung und Netzversorgung, übernimmt ein Bussystem, das über Ethernet Daten mit der Pyrosoft-FDS-Überwachungssoftware austauscht. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sichert den Überwachungsbetrieb in Oberpullendorf auch bei einem Stromausfall für bis zu vier Stunden.

Tag und Nacht im Einsatz
Die Überwachung des Sperrmüllsortierzelts erfolgt ohne Pause, rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Kalendergesteuert werden dabei zwei unterschiedliche Betriebsarten gefahren: Im Tagbetrieb ist die Temperaturgrenze für eine Alarmauslösung mit 300 °C definiert. Zusätzlich besteht tagsüber die Möglichkeit, einen eventuellen Fehlalarm innerhalb von zwei Minuten an der Überwachungswarte abzubrechen, bevor die Feuerwehr alarmiert wird. Im Nachtbetrieb wird beim Überschreiten einer Temperaturgrenze von 80 °C automatisch Alarm ausgelöst, die Feuerwehr informiert und eine im Zelt installierte Sprinkleranlage aktiviert.
Sämtliche Wärmebilder sind über das lokale Netzwerk abrufbar und werden auf einen PC in der Warte übertragen, wo sie laufend beobachtet werden können. „Was den Brandschutz betrifft, haben wir mit dieser Investition den höchstmöglichen Standard installiert“, sagen die beiden UDB-Geschäftsführer Helmut Löffler und Rudolf Haider. Mit der Brandfrüherkennung via Infrarotkamera lassen sich unterschiedliche Oberflächentemperaturen sichtbar machen und potenzielle Brandherde rechtzeitig erkennen. Die Löschkette wird so auch im unbemannten Betrieb rechtzeitig und zuverlässig eingeleitet und gefährliche Brände verhindert. Im Burgenland ist man deshalb zuversichtlich, zukünftig nicht mehr von einem Brand im Sperrmüllsortierzelt überrascht zu werden.

www.dias-infrared.de

Autor:

Prof. Dr.-Ing. Günter Hofmann ist Geschäftsführer der Dias Infrared GmbH in Dresden.

Der Beitrag als pdf