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Kulturgut der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek unter wachsamen Augen

In der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek sind 70 Kameras „Dual Night M12“ installiert

Die Netzwerkkamera mit 3,1 Megapixel zeichnet rund 30-mal mehr Details auf als die analoge CCTV-Technik

Weltweit werden Kunstobjekte oder historische Dokumente von teilweise unschätzbarem Wert in Museen, Bibliotheken oder sonstigen Sammlungen für die Öffentlichkeit und Wissenschaft zugänglich gemacht. Doch sind nicht nur Kunstliebhaber und Wissenschaftler an diesen Gegenständen interessiert, sie wecken außerdem Begehrlichkeiten von Kriminellen. Die Verantwortlichen von Museen, Bibliotheken und öffentlich zugänglichen Sammlungen sind daher gezwungen, ihre Sicherheitsvorkehrungen ständig auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Das trifft auch auf die Vatikanische Apostolische Bibliothek zu, in der knapp zwei Millionen historische Schätze beherbergt werden.

Die Vatikanische Apostolische Bibliothek ist auf das Gebiet der Philologie und Geschichte sowie rückblickend auch auf die Theologie, die Rechtswissenschaft und die Wissenschaft spezialisiert und zählt zu den namhaftesten Forschungsbibliotheken der Welt. Die Geschichte der Bibliothek, die als Scrinium der Römischen Kirche sowohl als Bibliothek und als Archiv diente, ist seit dem vierten Jahrhundert belegt.
Gegen Mitte des 15. Jahrhunderts begann die moderne Geschichte der Vatikanischen Bibliothek: Papst Nikolaus V. beschloss, die Werke in lateinischer, griechischer und hebräischer Sprache, deren Anzahl sich während seiner Amtszeit auf 1 200 erhöhte, zur Konsultierung und Einsichtnahme durch die Gelehrten freizugeben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Bibliothek bis zum heutigen Tage ständig erweitert. Ihr Bestand ist mittlerweile auf etwa 150.000 Handschriftenbände, 1.500.000 gedruckte Bücher, 300.000 Münzen und Medaillen und 100.000 Karten und Stiche angewachsen.
Freien Zugang zur Bibliothek erhalten Dozenten und Assistenten von Universitäten oder Fachhochschulen, Akademiker, die ihre Doktorarbeit vorbereiten, Studenten, die nachweislich das Material der Bibliothek konsultieren müssen, und Wissenschaftler, deren Qualifikation durch entsprechende wissenschaftliche Veröffentlichungen nachgewiesen ist. Vom 14. Juli 2007 bis zum 20. September 2010 wurden Teile des Gebäudes renoviert und waren für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Videoüberwachung sichert alte Manuskripte
Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurde auch eine moderne Videosicherungsanlage installiert, die vor Diebstahl abschrecken soll. Die Bibliotheksleitung wollte die Sicherheitsebene in den Lese- und Aufbewahrungsräumen durch eine fortschrittliche Technologie erhöhen. Dazu erklärt der Verantwortliche für die Koordination der Informatikdienste der Bibliothek, Luciano Ammenti: „Ein eingehender Angebotsvergleich und die Empfehlung des in Rom ansässigen Systemintegrators Seret S.p.A. haben uns zu Mobotix geführt, denn die IP-Megapixel-Technologie der Kameras des Unternehmens wird unseren Anforderungen perfekt gerecht. Unser Ziel war eine generelle und systematische Kontrolle über die in den Leseräumen konsultierten Bücher und über die Bewegungen der Personen innerhalb des Gebäudes. Wir wollten ein engmaschiges System zur Kontrolle aller Räume mit Videoaufzeichnung aller Ereignisse.“ Insgesamt sind an kritischen Punkten der Bibliothek, wie Leseräumen, Ausgängen und Lager, 70 Kameras „Dual Night M12“ installiert.
Die IP-Megapixel-Kameratechnologie ist mit der RFID-Technologie vereint. Mithilfe der in Identifikationsausweisen und Büchern integrierten RFID-Mikrochips können Personen den von ihnen konsultierten Bänden zugeordnet und deren Bewegungen innerhalb der Bibliothek nachverfolgt werden. Dazu wurde die Bewegungserkennung der an 20 Ausgängen positionierten Kameras aktiviert. Somit ist es möglich, diese Personen zu identifizieren und dem jeweiligen Identifikationsausweis sowie den ausgeliehenen Bänden zuzuordnen. Dank einer speziell hierfür entwickelten KI-Software (Künstliche Intelligenz) ist es zudem möglich, den Mikrochip dem jeweiligen Videoclip der Kamera zuzuordnen, um die Aufzeichnungen über einen einzigen Suchschlüssel wahlweise nach dem Titel des Buchs, dem Namen der Person oder dem Zeitpunkt des Durchgangs schnell und einfach zu überprüfen.
Alle Bilder der Videokameras werden ein Jahr lang im Zentrum zur Datenauswertung gespeichert, das nur für autorisierte Personen zugänglich ist. Mit diesem modernen System wird die Sicherheit aller Bände der Bibliothek gewährleistet und etwaige Auffälligkeiten können rechtzeitig festgestellt werden. Wenn sich eine Person unrechtmäßig einen Band der Bibliothek aneignet, wird dies durch die Kombination der RFID- und Videosicherheitssysteme sofort erkannt, denn beim Verlassen des Gebäudes durch einen der Bibliotheksausgänge wird ein Alarm ausgelöst. Die zuständige Person an der Buchausgabe kann die Kameraaufzeichnung kontrollieren und den verantwortlichen Mitarbeiter in dem Bereich, in dem das Ereignis aufgetreten ist, informieren.

High-Resolution-Video schafft Durchblick
Um im Ereignisfall Personen eindeutig identifizieren zu können, ist eine hohe Qualität der Aufzeichnung wichtig, die klare und verzerrungsfreie Bilder liefert. Die digitale Videotechnik der eingesetzten Lösung ist der analogen CCTV-Videoüberwachung in puncto Bildqualität, Hardware und Software überlegen. So hat ein Livebild in der alten analogen Technik nicht mehr als 0,4 Megapixel und ein aufgezeichnetes Bild in der Regel 0,1 Megapixel. Eine Netzwerkkamera mit 3,1 Megapixel zeichnet dagegen rund 30-mal mehr Details auf, die zum Beispiel die Identifikation von Personen vereinfacht. Auch sind größere Bildbereiche bis zum 360°-Rundumblick möglich, wodurch die Kameraanzahl und damit die Kosten reduziert werden.
Ein weiterer Vorteil der Lösung ist, dass sie trotz Megapixel-Auflösung das lokale Netzwerk kaum belastet. Denn im dezentralen Konzept ist in jede Kamera ein Hochleistungsrechner und bei Bedarf ein digitaler Langzeit-Flashspeicher (Micro-SD-Karte) zur mehrtägigen Aufzeichnung integriert. Der PC beziehungsweise der Videoleitstand dient nur noch zum reinen Anschauen, nicht aber zum Auswerten und Aufzeichnen. Dies verhindert eine überfrachtete, teure Video-Management-Software, da die wesentlichen und rechenintensiven Funktionen bereits in den Kameras enthalten sind.
Auch sind mit dem von Mobotix entwickelten Streaming-Format „MxPEG“ schnelle Live-Videos inklusive Audio bei geringer Netzwerklast (1 Mbit/s bis 2 Mbit/s) kein Problem. Da die Bewegungsdetektion direkt in den Kameras und nicht über den PC stattfindet, müssen Videoströme erst dann ins Netzwerk übertragen werden, wenn eine Speicherung erfolgen soll. Mit diesem Konzept lassen sich also auch hochauflösende Sicherheitssysteme ohne aufwendige Netzwerkmodernisierung realisieren.

Langfristige enge Zusammenarbeit
L. Ammenti ist begeistert: „Wir sind mit dem Verlauf des Projekts äußerst zufrieden, denn wir haben jetzt eine Videosicherheitsanlage, die sich grundlegend von den aktuell verwendeten Systemen abhebt. Mit der IP-Megapixel-Technologie von Mobotix weisen die Aufzeichnungen eine hervorragende Qualität auf. Für uns war es wichtig, klare und verzerrungsfreie Bilder zu erhalten, mit denen das Gesicht der Personen und deren Identität einwandfrei ermittelt werden kann. Die Kameras sind leicht installierbar, und deshalb mussten wir keine strukturellen Veränderungen an unserem Gebäude aus dem sechzehnten Jahrhundert vornehmen. Mit Unterstützung von Mobotix und des Systemintegrators Seret S.p.A. ist es uns auch gelungen, eine spezifische Software zu entwickeln, mit der wir das gesamte System überwachen und sämtliche Möglichkeiten voll ausschöpfen können. Die enge Zusammenarbeit, die im Rahmen des Projekts entstanden ist und mit Sicherheit auch zukünftig fortgesetzt wird, bildet die Grundlage für eine weitere erfolgreiche Arbeit.“

www.mobotix.de

Autor:

Simone Herold ist für den Bereich Unternehmenskommunikation bei der Mobotix AG in Langmeil zuständig.

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