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Hochstimmung in den E-Handwerken

Über die Hälfte der Unternehmen in den E-Handwerken berichtete im ersten Quartal 2012, dass die Geschäfte gut laufen. Dies zeigt das Ergebnis der Frühjahrskonjunkturumfrage des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke , Frankfurt/Main: 94 % der befragten E-Betriebe beurteilten ihre Geschäftslage positiv mit den Noten „befriedigend“ (40 %) oder „gut“ (54 %). Damit kletterte der Geschäftsklimaindex auf den historischen Höchststand von 74 Punkten (Frühjahr 2011: 68 Punkte). Und die Stimmung ist in den Betrieben im Osten nahezu genauso gut wie im Westen. Diese Resultate decken sich mit denen vergleichbarer Frühjahrsuntersuchungen zum Beispiel der Vereine Creditreform, die ebenso ungekannte Bestmarken melden. Auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beobachtet ein ungebrochen hoch motiviertes Konsumverhalten bei den Verbrauchern – das kommt auch den E-Handwerksbetrieben zugute.

Realitätssinn trotz Euphorie
Die Chefs der elektro- und informationstechnischen Handwerksbetriebe zeigten sich auch für die weitere Entwicklung optimistisch. Mehr als drei Viertel von ihnen gingen davon aus, dass das Hoch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird, 13 % sahen sogar noch Luft nach oben. Gerade einmal 10 % stellten sich auf eine Abkühlung ein. Bei aller Euphorie zeigt der aktuelle Index für diesen Wert jedoch auch, dass in den Unternehmen gesunder Realitätssinn vorherrscht: Im Vergleich zum Frühling 2011 ist er um einen Punkt auf 52 gesunken – auf eine leichte Abkühlung ist man also eingestellt.

Sichere Beschäftigung
Die starke Auftragslage sorgt auch für eine sichere Situation für die Beschäftigten. 20 % der Befragten antworteten, dass sie im vergangenen Halbjahr Mitarbeiter eingestellt haben, knapp 70 %, dass der Mitarbeiterstamm unverändert blieb. Drei von vier Unternehmern gehen davon aus, dass die Mitarbeiterzahl auch im nächsten halben Jahr gleich bleiben, zwei von zehn, dass sie sich erhöhen wird. Nur 5 % meinten, dass sie absehbar weniger Angestellte beschäftigen können. 31 Prozent der Befragten meldeten offene Stellen, im Frühjahr 2011 waren es nur 25 %.

Dicke Auftragspolster
Das gute Ergebnis ist auch darauf zurückzuführen, dass vor allem die Aufträge von Privathaushalten im Jahresvergleich erneut zu­genommen haben. Die Orders aus der gewerblichen Wirtschaft haben sich ebenfalls geringfügig vermehrt. Diese Ergebnisse decken sich mit der Aussage von 38 % der Umfrageteilnehmer, die berichteten, dass der Umsatz im Handwerksbereich gestiegen sei (Frühjahr 2012: 29 %). Aber auch im Handelsbereich meldeten 19 % ein Umsatzwachstum. Von diesen Ergebnissen berichten die Betriebe in Ost- und Westdeutschland gleichermaßen. Die Firmen waren so gut ausgelastet wie schon lange nicht mehr: Ein Viertel meldete ein Auftragspolster von ein bis zwei Monaten, ein weiteres bis zu vier Monaten und darüber hinaus.

Höhere Verkaufspreise durchsetzbar
Die seit etwa zwei Jahren deutliche Steigerung der Einkaufspreise scheint dieser ZVEH-Umfrage zufolge eine Grenze erreicht zu haben. Zwar berichteten immer noch 77% davon, dass die Einkaufspreise gestiegen seien, im Frühjahr 2011 waren es aber noch 79 %. Zugleich scheint es endlich zu gelingen, die Angebots- und Verkaufspreise anzupassen: Immerhin 35 % konnten höhere Verkaufspreise am Markt durchsetzen, im Frühjahr 2011 waren dies nur 30 %.