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Modernes Energie- und Raummanagement im Ferry Porsche Congress Center

Beim Thema Flexibilität setzt das FPCC Maßstäbe: Das Interieur passt sich durch bewegliche Wände und individuelle Bestuhlung den Anforderungen der jeweiligen Veranstaltung an

Das Team des FPCC mit der Auszeichnung „Best Conference Venue 2010“: (v.l.) Michael Bischof, Nicole Heinze, Alexander Höller, Elisabeth Hechenberger, Roman Radmoser.

Das Ferry Porsche Congress Center in Zell am See zeigt, dass Schlagworte, wie Wohlfühlfaktor, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit keine leeren Versprechungen bleiben müssen. Das multifunktionale Gebäude bietet Platz für bis zu tausend Besucher und überzeugt durch hohe Flexibilität bei der Raumaufteilung. Voraussetzung hierfür ist eine innovative Gebäudesteuerung, die durchgängig mit intelligenter, gewerkeübergreifender Gebäudeautomatisierungstechnik realisiert wurde.
Nach nur 14-monatiger Bauphase überzeugt das Ferry ­Porsche Congress Center (FPCC) [1] durch sein Konzept aus moderner Architektur, innovativer Technik, flexibler Raumgestaltung und einem vielfältigen Freizeitangebot in der Umgebung. „Das FPCC bietet auf mehr als 2.100 m ² Raum für Konzerte, Tagungen oder private Feierlichkeiten“, so Alexander Höller, Geschäftsführer des FPCC. „Dank verschiebbarer Wände sind bis zu 32 verschiedene Raumkonfigurationen möglich, von 33 m ² als kleinster Einheit bis 1.200 m ² als größter“, berichtet A. Höller: „Jeder Raum ist einzeln bedienbar, von der Beleuchtung, über die Lüftung, bis zur Beschattung. Das ist ein Traum, um den mich viele Kollegen in der Branche beneiden.“
Effizienz beim Energieeinsatz und der Verwaltung
Basis dieser Flexibilität ist die Gebäudeautomation. „Dem Gebäudetechniker steht mit dem Beckhoff-System ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem er jedes einzelne ­Gewerk, wie die HLK, die Beleuchtung und die Beschattung, miteinander kommunizieren lassen und intelligent verbinden kann“, erklärt Christian Pillwein, Leiter Gebäudeautomatisierung von Beckhoff Österreich, die Vorzüge der PC- und Ethernet-basierten Lösung. „Wir wollten mit dem FPCC ein effizien ­tes Gebäude planen und bauen. Mir ging es nicht darum, so viel Technik wie möglich, sondern so viel Technik wie nötig zu haben“, erläutert Claus Salzmann, Inhaber des Planungsbüro ETS Claus Salzmann [2] und verantwortlich für die Planung des FPCC. „In vielen Gebäuden sind unterschiedlichste HLK- und Elektrosysteme pa ­rallel im Einsatz, wodurch Mehrkosten im Energie- und Verwaltungsaufwand entstehen. Unser Ziel war es, angefangen von der Beleuchtung, über die Lüftung und die Zutrittskontrolle, bis hin zur Bühnentechnik, ganzheitlich zu automatisieren, zu überwachen und dadurch zu optimieren.“
Möglich wurde dies durch ein perfektes Zusammenspiel aller Akteure: der Investoren, Betreiber und Architekten, dem Planer C. Salzmann, der für die Aus ­führung zuständigen Schubert Elektroanlagen GmbH [3], ABM Systems [4], welche die Programmierung und Visualisierung übernahm, und Beckhoff als Lieferant der Automatisierungslösung. Um ein Gefühl für den Planungs- und Verkabelungsaufwand zu vermitteln, liefert Johann Buresch, von Schubert Elektroanlagen, ein paar Zahlen. „Es wurden insgesamt circa 72 000 m Kabel verlegt, hinzu kommen noch circa 10.000 m Datenleitungen, 15.000 m Kabel für die Bühnentechnik, 214 automatische Brandmelder und 24 Druckknopfmelder sowie 2.600 m Heizungs- und Sanitär-Rohrleitungen.“
Flexibel und benutzerfreundlich
„Für uns stand von Anfang an die Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität des Systems im Vordergrund. Wir müssen nicht wissen, was im Hintergrund an Prozessen und Rechenarbeit läuft. Für uns ist entscheidend, dass das System funktioniert, einfach zu bedienen und auch für die Zukunft gerüstet ist, sprich erweiterbar ist“, so A. Höller vom FPCC. Um diese Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten, bedarf es einer intelligenten und modernen Gebäudeleittechnik. Als Steuerungsplattform sind fünf Embedded-PC CX1000 im Einsatz, an welche die Busklemmen direkt angereiht sind. Insgesamt werden 5.800 Softwaredatenpunkte erfasst. Die Vernetzung des Gebäudes erfolgt durchgängig über Ethernet. Zahlreiche Schnittstellen im Busklemmensystem ermöglichen die Anbindung nahezu aller Gebäudebussysteme, wie KNX, MP-Bus, Dali und RS-485. Dadurch hat der Gebäudebetreiber bzw. Nutzer die volle Flexibilität, um Optimierungen in den Bereichen der Energieeffizienz oder des Komforts umzusetzen.
Die Überwachung und Bedienung erfolgt über zehn Touchpanel des Typs CP6700. Die Funktionen, die in das System der Gebäudeleittechnik integriert wurden, sind vielfältig und reichen von der HKL-Regelung, über die komplexe Lichtsteuerung, bis hin zur Anbindung der Multimedia- und der Bühnentechnik. Auf Steuerungsebene wurde die komplette Steuer- und Regeltechnik mit den in der Twincat-Softwarebibliothek enthaltenen Funk ­tionsbausteinen realisiert.
FPCC gewinnt interna ­tionalen Wettbewerb
Dass bei der Planung und Umsetzung des FPCC alles richtig gemacht worden ist, beweist die Auszeichnung zu ­Europas bestem Tagungshaus. Jährlich zeichnet das britische Fachmagazin „New European Economy“ herausragende Leistungen und visionäre Dienstleistungsanbieter in der Wirtschafts- und Finanzwelt aus. 2010 benannte eine unabhängige Experten ­jury je vier Finalisten in fünf Kategorien für den Wettbewerb: Als „Best Conference Venue 2010“ wurde, ­neben Häusern aus Deutschland und Norwegen, das FPCC in Zell am See, ausgezeichnet.
Literatur
[1] Ferry Porsche Congress Center, Zell am See/Österreich: www.fpcc.at
[2] ETS – Claus Salzmann, Saalfelden/Österreich: www.ets-salzmann.at
[3] Schubert Elektroanlagen GmbH, Ober-Grafendorf/Österreich: www.elektroanlagen.at
[4] ABM Systems, Steyr-Dietach/Österreich: www.abm-systems.com
www.beckhoff.de/building

Autor:
Christof Lampert ist Inhaber der Kommunikationsagentur Chrispr in Feldkirch/Öster ­reich.

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