A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz | Mediadaten
VDE Verlag Logo

Erfolgreiche Projektierung von Gebäudeautomationssystemen

Softwarefeatures ermöglichen vereinfachtes Planen

Mit dem „Project Wizard“ können tabellarisch Makros zur Erstellung von Stromlaufplänen ausgelöst werden

Einzelinformation können in Funktionslisten ausgegeben werden

Die Planung von anspruchsvollen Großprojekten ist oft zeit- und kostenintensiv. Dies liegt zum einen an der für den Planer aufwändigen Informationsbeschaffung im Vorfeld, zum anderen am hohen Koordinations- und Abstimmungsbedarf, zum Beispiel bei Prüf- und Genehmigungsläufen am Ende der Leistungsphasen nach Fertigstellung der Planung. Leistungsfähige Softwarepakete können den Prozess jedoch erleichtern.

Die strukturierte Herangehensweise und Umsetzung der GA-Planung in Großprojekten erfordert Überblick, Weitsicht und Organisationstalent um das Leistungsbild in den verschiedenen Planungsphasen fehlerlos abzubilden. Mit dem Einsatz der Suite-Softwarepakete von WSCAD für den Bereich Gebäudeautomation wird die Umsetzung von An­lagenstandards vereinfacht und die Einhaltung der Normen zur Dokumentation von GA-Systemen, zum Beispiel VDI 6026 [1] und VDI 3814 [2], bereits in der Planung sicher­gestellt.
Eigens für die Bedürfnisse und Anwendungen bei der Projektierung von Gebäudeautomationssystemen hat das Unter­nehmen spezielle Softwarepakete entwickelt. Die Planung und Dokumentation gemäß VDI- und DIN-Normen ist ein elementarer Bestandteil der Software. Egal ob Entwurfs- oder Ausführungsplanung, Montage-, Werks- oder Bestandsplanung – jede Planungsart kann effizient ausgeführt werden. Eine Dokumentation von Ventil-, Kabel-, Feldgeräte und Materiallisten, auch zur Massenermittlung, sorgt bei Planern und Auftrag­gebern für Transparenz und Nachvollziehbarkeit des gesamten Projekts. Die Ausgaben aller technischen Informationen kann in frei konfigurier­baren, formatunabhängigen Zeichnungsrahmen und Listen erfolgen.

Automatisierung der Kennzeichnungs­systeme
Ergänzend zu den in der Software implementierten Symbolbibliotheken, den vorgegebenen Anlagenmakros und einer umfangreichen Artikel­datenbank mit freier Verwaltung der Datenobjektstrukturen, sichert eine auto­matisierte Kennzeichnungsverwaltung die Planung ab.
Die Planungssoftware verfügt über über einen Standard für ein eindeutiges, automatisiertes Kennzeichnungssystem. Es besteht aber auch die Möglichkeit ein ­eigenes oder vom Auftraggeber vorgeschriebenes System umzusetzen. Dies kann über ein Plug-in oder ­ma­nuell erfolgen. Auch Mehrfachbezeichnungen können über einfache Routinen geprüft werden.
Der Bacnet-Standard nach DIN EN ISO 16484 [3] gilt meist als Grundlage für die zu realisierende GA-Anlagentechnik. Ergänzende Anforderungen an Bacnet, zum Beispiel unterstützende Dienste in den jeweiligen Interopera­bilitätsbereichen, (Bibbs) Objekte mit deren ­Eigenschaften, Meldungsklassen, Alarmprio­ritäten, Quittierungsoptionen und Kommunikationsvorgaben sowie die Ansprüche an die konven­tionellen Bereiche der Gebäudeautomation fordern eine sorgfältige Planung und Dokumentation mit hoher Informationsdichte.
Besondere Anforderung und wesent­licher Bestandteil der GA-Planung ist, neben der Einhaltung der bereits genannten, umfangreichen Richt­linien, die Einhaltung der Nomenklatur sowie spezielle Kennzeichnungsstrukturen. Dies gilt natürlich auch bei Liegenschafts- und Anlagenkennzeichnungssystemen.
Die Verwendung des Liegenschafts- und ­Anlagenkennzeichnungssystems (LKZ/AKZ) ­bildet die Basis für die eindeutige Zuordnung und Nachvoll­ziehbarkeit der verbauten Aggre­gate und Anlagen mit den dazugehörigen Objekt­eigenschaften und Funktionen. Mit dem in der Software implementierten „BA ­Data Point Manager“ lassen sich alle Datenpunkte, Strukturen, Adressen und Bezeichnungen einfach verwalten. Sie sorgen so für ein gelungenes Facility Management.
Für die Softwareentwickler war es wichtig, eine nachhaltige Qualitätssicherung im Planungsprozess und in der Dokumentation zu ermöglichen. Denn das bedeutet effizientes Arbeiten und setzt Ressourcen für andere Aufgaben frei. Die Suiten für die Gebäudeautoma­tion verfügen über einen hohen Grad an automatisierter Planungsintelligenz und vereinfachen so den Workflow.

Datenbankorientiertes Arbeiten
Sämtliche Planungsdaten stehen in der Access-Datenbank zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. In der erweiterten Ausbaustufe der Suite können bereits angelegte Daten­sätze und Artikel mit den Objekteigenschaften, wie Ortskennzeichnung und Informationstexte, weiter verwendet werden. Damit entfällt das erneute Anlegen der Baugruppen in der Schaltschrankplanung und auch in der Elektro-Grundrissplanung. Änderungen werden so automatisch in alle drei Pläne übernommen.
Beispiel: Im Funktionsschema Building Automation wird ein Temperatursensor -B1 angelegt. Dieser soll jetzt im Grundriss ebenso platziert werden. In der Grundrissplanung wird das Symbol vermaßt im Grundriss platziert und über den Materialexplorer mit dem Datensatz des Temperatur­sensors -B1 verknüpft.

Optimierte Schaltschrankplanung
Mithilfe des Add-on „Project Wizard“ können tabellarisch Makros zur Erstellung von Stromlaufplänen ausgelöst werden. Besonders bei der Konstruktion von Anlagen können standardisierte Pläne oder Planteile zum optimalen Workflow beitragen. Der Schaltplangenerator arbeitet mit Platzhaltern, die in bereits bestehende Schaltplanmakros eingebracht werden. Dies können zum Beispiel Bauteilparameter, Leistungsnamen, Anlagenkennung oder Seitennummern sein. Dabei sind beliebig viele Zuweisungsvarianten möglich oder der Zugriff auf eine generelle Materialdatenbank.
Das Projekt wird in der gewohnten Projektverwaltung erstellt. Eine übersichtliche Baumstruktur zeigt die vorhandenen Schaltplanmakros. Durch die Selektion eines Eintrags werden alle dazu definierten Varianten bzw. Artikelkombinationen angezeigt.
Der DWG-Import inklusive Bearbeitungsmöglichkeiten stellt einen weiteren Vorteil beim Einsatz der Suiten dar. Verbunden mit der Möglichkeit Schemata zu importieren und den darin gezeichneten Anlagenteilen und Aggregaten, können Grafiken über einen kurzen Mausklick zu einem Standard­objekt gewandelt werden.
Über eine komfortable Layerverwaltung und einfache Skalierungsroutine ist die optimale Einbindung der bestehenden Planungen aus den Gewerken Elektrotechnik, Heizung, Lüftung und Kälteanlagen möglich. Die in den Schemata enthaltenen grafischen Elemente lassen sich in einfacher Weise mit Artikeln, Datenobjekten sowie Datenstrukturen der Elektrotechnik und Gebäudeautomation dynamisieren.
„Die Planung der Gebäudeautomation kann also unmittelbar auf eine bestehende Planung aufgesetzt werden. Das spart den sonst oft doppelt zu betreibenden Zeichnungsaufwand – mit anderen Worten Zeit und Geld.“ erklärt ­Michael Widmann, Leiter Marketing & Vertrieb bei WSCAD.

Literatur
[1] VDI 6026:2008-05 Dokumentation in der Technischen Gebäudeausrüstung – Inhalte und Beschaffenheit von Planungs-, Ausführungs- und Revisionsunterlagen. Berlin: Beuth

[2] VDI 3814:2009-11 Gebäudeautomation (GA) – Systemgrundlagen. Berlin: Beuth

[3] DIN EN ISO 16484 Systeme der Gebäudeautomation (GA). Berlin: Beuth

www.wscad.com

Autor:
Stephan Müller-Gerwers ist in der Abteilung technischer Vertrieb bei der WSCAD Electronic GmbH in Bergkirchen tätig.

Der Beitrag als pdf